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01.05.2016 - Fast 40 Jahre Rotkreuzarbeit in der Egerstraße endet

Neues Domizil in der Rennbahnstraße bezogen

Das Deutsche Rote Kreuz, Ortsverein Erbenheim/Igstadt/Delkenheim ist seit dem 01.05.2016 in die Rennbahnstraße 2 (ehemalige Autobahnpolizei) umgezogen.

Die Rennbahnstraße hat Tradition. Bereits im Mai 1966 wurden uns Räume von der Autobahnpolizei für den Unfallrettungsdienst auf der Autobahn Wiesbaden-Frankfurt, dem Rhein-Main-Schnellweg und der A3 zur Verfügung gestellt.

Im Rahmen eines „Tages der offenen Tür“ wird das DRK die neuen Räumlichkeiten der Bevölkerung vorstellen. Geplant ist Sonntag 19.06.2016 von 11.00 bis 16.00 Uhr.

Die Suche nach einer geeigneten Unterkunft mit Schulungsräumen, Materiallager und Büro wird dann mit den 2017 in Aussicht gestellten Garagen für die Einsatzfahrzeuge auf dem Gelände der Rennbahnstraße gekrönt.

Die Suche nach einer Unterkunft für das DRK in Erbenheim ist eine über 100-jährige Geschichte.

Seit 1902 fanden die Schulungen im Vereins- und Gründungslokal "Zum Schwanen" statt. Am 10.11.1944 wurde das Lokal bei einem Großangriff auf Erbenheim zerstört.

Obwohl das DRK von den Besatzungsstreitkräften verboten wurde, fanden die Schulungen nach dem 2. Weltkrieg im Hinterzimmer und im großen Saal des "Gasthauses Zum Engel" sowie im "Cafe Hafer" statt. Ein erster "Erste-Hilfe Lehrgang" für die Bevölkerung wurde bereits im Oktober 1947 durchgeführt.

Ab 1960 nutzte das Rote Kreuz zuerst Räume im evangelischen Gemeindehaus in der Taunusstraße und ab 09.04.1964 den Pavillon auf dem Schulhof als Ausbildungsstätte. Nach Gründung einer Jugendgruppe im März 1964 und der Wiedergründung des DRK in Igstadt am 18.04.1966 zählten Bereitschaft und Jugendrotkreuz 160 Mitglieder, die unter der Leitung des Bereitschaftsführers Dieter Reinemer einen einmaligen Aufschwung erlebten. Die Unterbringung unseres Krankenwagens und des K-Schutz-Anhängers erfolgte seit 10.01.1964 bei der Familie Schaab in der Taunusstraße. Am 18.11.1968 erhielten wir die Genehmigung zum Umbau eines Stallgebäudes in der Wandersmannstr 20 bei Frau Stein. Unser gesamtes Material wurde bei Adolf Reinemer, Schumacher, Köhlstraße untergebracht.

Der Traum von einem eigenen Vereinsheim und Unfallwache, wie in anderen Stadtteilen, entstand schon früher. Seit Oktober 1963 versuchte das DRK Erbenheim vergeblich, ein städtisches Gelände zur Aufstellung einer Wellblechgarage und ehemaligen Baubaracke, die viele Jahre als Rotkreuzheim in Rambach genutzt wurde, zu bekommen. Es konnte aber kein Gelände zur Verfügung gestellt werden. Eine Baugenehmigung in der Charlottenburger Str. 3 wurde im März 1966 verweigert. Vertröstet wurde auf eine eventuelle Mitbenutzung des geplanten Bürgerhauses. Anträge auf Mietfreistellung oder Mietminderung für die genutzten Räumlichkeiten im Schulpavillon wurde ebenfalls von der Stadt Wiesbaden negativ beschieden.

Im Sommer 1967 wurden wir fündig. Wir konnten die zuletzt von der Strumpffabrik Hambach genutzten Räume im Ergeschoß (ehemalige Bäckerei Bilz, später Dorn) in der Egerstraße anmieten. In Eigenhilfe wurde die Räume von Grund auf renoviert und so ging am 06.11.1967 über den mit zwei alten Röhrenfunkgeräten selbstgebauten Funktisch die Meldung an die Stadtpolizei NERO und die Autobahnpolizei LUDWIG 500 über den Äther „Rotkreuz Wiesbaden 10 auf Empfang!“ Der Unfallrettungsdienst wurde ab Freitagabend bis Sonntagabend in vier Schichten ehrenamtlich  besetzt.

Am 01.12.1967 wurde im DRK-Heim eine Arbeitsgemeinschaft caritativer Organisationen von Evangelischer Kirche, Katholischer Kirche und dem DRK Erbenheim gegründet.

Von dieser Arbeitsgemeinschaft wurde dann der Krankenpflegeverein ins Leben gerufen und für Schwester Bärbel im DRK-Heim ein Ambulanz-Zimmer eingerichtet, bis sie 1979 in die neue Zentralstation nach Igstadt umzog.

Ab 1977 richtete die Ärztekammer den NVD (Notfallvertretungsdienst) für die östlichen Vororte in der Egerstraße ein. Die Aufgabe der eingesetzten Mediziner war die Vertretung der Hausärzte nachts und an Wochenenden bei dringenden Hausbesuchen. Am 01.04.1993 wurde diese Außenstelle aus Rationalisierungsgründen  zum Bedauern der Bewohner der östlichen Vororte wieder geschlossen.

1992 wurde die Rettungswache am Haupbahnhof aufgelöst. Das Fahrzeug wurde dann 24 Stunden in der Egerstraße stationiert. Zuvor wurde die Rettungswache für ca. 230.000 DM umgebaut und renoviert. Genutzt wurde sie gemeinsam mit dem Arbeiter-Samariter-Bund bis zur Neustrukturierung der Wiesbadener Rettungswachen im November 2006. Die Rettungswache musste auf Anordnung der Landeshauptstadt in Container auf das Gelände der Raiffeisengenossenschaft nach Igstadt umziehen und ist auch 2016 noch in Containern untergebracht, da ein Neubau der Feuer- und Rettungswache in Igstadt immer noch nicht durch die städtischen Behörden in Angriff genommen wurde.

Das DRK-Erbenheim hat die Wache 2006 für ihre Zwecke zurückgebaut und bis zum Umzug im April 2016 in die Rennbahnstraße intensiv genutzt.

Wir bedanken uns bei den Mitbewohnern und der Nachbarschaft der Egerstraße 3 für die jahrzehntelange Duldung einsatzbedingter Lärmbelästigung

 

 

 

 

4. Mai 2016 06:49 Uhr. Alter: 1 Jahre